Sommer 2026

Warum Natursport ein traditioneller Bestandteil des Naturfreundeangebots ist

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Warum Natursport ein traditioneller Bestandteil des Naturfreundeangebots ist

Unter Natursport versteht man sportliche Aktivitäten, die überwiegend in natürlichen Umgebungen stattfinden – also beispielsweise in Wäldern, Bergen, Gewässern oder in anderen Landschaftsräumen. Dabei wird die Natur nicht nur als Kulisse genutzt, sondern ist oft ein wesentlicher Bestandteil der Sportausübung. Begonnen hat der Natursport der Naturfreunde als politischer Wanderverein. Das hatte einen einfachen Grund. Seit mehr als hundert Jahren haben Naturfreunde eigene Häuser in landschaftlich schöne Regionen gebaut. Sie dienten doch vor allem der Erholung von Arbeiterfamilien nach der anstrengenden Arbeit in Fabriken und Handwerksbetrieben. Die Naturfreundehäuser lagen meistens weit entfernt von Ballungsräumen in freier Natur.

Damit waren sie auch nicht leicht zu erreichen, zumal der öffentliche Verkehr noch sehr in den Kinderschuhen steckte. Der größte Teil der Anreise war also zu Fuß zurückzulegen. Während der Wanderung zum jeweiligen Haus, gab es genug Gelegenheit sich zu unterhalten und Gespräche über die Nöte und Anstrengungen der Erwerbsarbeit zu führen. Dass die Naturfreunde rücksichtsvoll mit der Natur umgingen, war wohl auch die zwangsläufige Erkenntnis aus dem Schutz ihrer Erholungsgebiete. Durch den Austausch mit Naturfreundegruppen aus Gebirgsgegenden, oder Küsten- und Flusslandschaften hat sich der Begriff des Natursports erheblich erweitert, Kletter- und Wintersport gesellten sich hinzu und wer an Flüssen lebte, war auch im und am Wasser aktiv. Damit hat sich fast zwangsläufig der Kanusport an der Idealage Schiersteiner Hafen entwickelt und eine innovative und aktive Paddelgruppe der Wiesbadener Naturfreunde hervorgebracht. Grundlage ist das Format, „After Work“ Paddeln in Kooperation mit dem Wassersportverein Schierstein 1921 e.V.. Jeden Dienstag gibt es für Einsteiger*innen die Grundlagen des Paddelns im sicheren Hafen und anschließend für Fortgeschrittene, „wir paddeln auf dem Rhein zu den Inseln und Stränden im Rheingau“. Doch damit nicht genug, große Touren und Paddelfreizeiten wurden geplant, entwickelt und durchgeführt. Ein absoluter Höhepunkt des Teams war die Teilnahme an der Vogalonga, ein 30-km-Rennen für Muskelkraftboote auf den Kanälen von Venedig. Die jüngste große Aktion war die Pack-Raft-Woche bis zum Pfingstwochenende 2026 an der „Semoy“ in den Ardennen. Ein Pack Raft ist ein sehr leichtes, kompaktes und stabiles Schlauchboot, das auch beim Wandern und Radfahren mitgeführt werden kann. Packrafts brauchen wenig Platz, sind im normalen Wanderrucksack problemlos unterzukriegen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu transportieren. Ideal also für eine natur- und klimafreundliche Outdooraktivität. Das Besondere an diesem Wochenende war die Kombination aus paddeln und wandern. Das Ziel die schöne Ardennenlandschaft zu erschließen, ausgehend vom Base Camp bei Haulné mit Wanderungen und Paddeltouren in einer wunderbaren Naturlandschaft. Die Packrafts natürlich stets im Rucksack. So sind sie schnell aufzublasen, zu Wasser lassen und schon kanns losgehen. Am Samstag Wanderung vom Campingplatz stromauf bis Les Hautes Rivieres und zurück gepaddelt dann auf der Semoy. Am Sonntag vom Campingplatz direkt in die Packrafts und Paddeltour bis Montherme – von dort Wanderung am Fluss entlang zurück nach Haulné. Am Nachmittag wird dann die Heimreise angetreten. Leider hatten auch die Eisheiligen ihren Beitrag geleistet, in besonders unschöner Form die kalte Sophie. Aber was soll Regen und kühle Temperaturen. Im Vordergrund standen stets gute Laune und die Herausforderung einer anstrengenden und erlebnisreichen Woche. Fahrt und Programm wurde von ausgebildeten Trainern der Naturfreunde geleitet und betreut.

Arno Enzmann

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