Sommer 2025

Schiersteiner Heimatmuseum e.V. — Sommer 2025

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SCHIERSTEINER HEIMATMUSEUM E.V.

Schierstein links und rechts des Bahnhofs im Wandel der Zeit

Früher gab es in Schierstein 3 Bahnübergänge mit Bahnwärterhäuschen und entsprechendem Personal zur Betätigung der Schranken und der Stellwerke.

Links vom Bahnhof ist auch heute noch ein Bahnübergang in der heutigen Freudenbergstraße (früher Bahnhofstraße). Heute gibt es dort kein Bahnwärterhäuschen mehr. Die Schranke wird durch einen elektrischen Kontakt durch die fahrenden Züge frühzeitig ausgelöst. Nach wie vor bedeutet das für Fußgänger und Autofahrer des Öfteren längere Wartezeiten.

Ein weiterer Bahnübergang war in der Dotzheimer Straße (später Schönaustraße) rechts vom Bahnhof und vor dem Gelände der Glyco-Metall-Werke. Auch hier gab es ein Bahnwärterhäuschen. Mitte der 1960er Jahre wurde der Bahnübergang geschlossen und eine Fußgängerunterführung gebaut. Diesem Bau wurde auch das Bahnwärterhäuschen „geopfert“. Durch das Schließen des Bahnübergangs wurde die Straßenführung unterbrochen. Die Straße von Alt-Schierstein bis zur Bahnlinie hieß ab diesem Zeitpunkt Alfred-Schumann-Straße und die Straße oberhalb der Bahnlinie behielt den Namen Schönaustraße.

Der dritte Bahnübergang, auch mit einem Bahnwärterhäuschen, an der heutigen Saarstraße (früher Wiesbadener Straße) löste in den 1960er Jahren große Veränderungen in der Verkehrsführung aus. Die Entscheidung die Straße, von Schierstein nach Wiesbaden unter der Bahnlinie durchzuführen, war mit riesigen Erdbewegungen verbunden. Nach Ende der Baumaßnahmen führte der Weg für Autos, Linienbusse und auch Fußgänger ohne Behinderung durch die neu erbaute Unterführung.

Das Gelände um den Schiersteiner Bahnhof erfuhr auch diverse Veränderungen. Der Schiersteiner Bahnhof, mit Warteraum und Fahrkartenschalter, war für viele Arbeitnehmer in den Schiersteiner Betrieben eine unverzichtbare Verbindung zwischen Wohnort und Arbeitsstelle. Auch der Güterverkehr war durch den dort vorhandenen Güterschuppen für den Stückgutverkehr mit drei Abstell- und Rangiergleisen ein Umschlagplatz für viele ankommenden und abgehenden Waren. Von hier führten auch Mitte 1960 bis in die 1970er Jahre Transportgleise in Richtung Hafen bis zu den Firmen Scheidemandel Motard Werke („Knochenhütte“) und der Chemischen Fabrik Kreussler.

Der Güterumschlag erfolgte von der Schiene zuerst auf Pferdefuhrwerke. Später wurden die Waren auf LKWs verladen. Auf den vom Bahnhof gegenüberliegenden Schienen wurden Waggons abgestellt, bis sie entladen werden konnten. Heute gibt es weder die Funktion des Güterschuppens mit Stückgutverkehr noch den Bahnhof in seiner Funktion als Fahrkartenausgabe, Warteraum u.ä. Es besteht nur noch ein Haltepunkt für Personenzüge aus und in den Rheingau. Fahrkarten kann man nur noch am Automaten kaufen. Eine Möglichkeit Güter auf die Bahn aufzugeben oder von der Bahn entgegenzunehmen gibt es schon lange Jahre nicht mehr. Die Rangierschienen u.ä. sind heute abgebaut. Es werden nur noch 2 Schienenstränge für den Personenverkehr benötigt. Güterzüge fahren ohne Halt am Schiersteiner Bahnhof vorbei.

Linker unterer Bildrand: Güterschuppen und die Gleisanlagen. Oberhalb der Bahnlinien ist der Bahnübergang mit den Schranken und dem Bahnwärterhäuschen. Über dem Werksgelände der Firma Glyco sieht man den damaligen Sportplatz des Fußballsportvereins Schierstein 08. Der Mitte 1960 in die Söhnleinstraße/Kleinaustraße verlegt wurde. Am rechten unteren Bildrand ist die alte katholische Kirche. Sie wurde in den 1960er Jahren abgerissen und ersetzt (Einweihung 1967).

Irmgard Hassenbach

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