Winter 2025

Naturfreunde Deutschlands e.V. — Winter 2025

Naturfreunde Deutschlands e.V. →

NATURFREUNDE DEUTSCHLANDS E. V.

Zum Lob des Wanderns, Wandern, eine soziale Bewegung, Wandern mit Naturfreunden!

Romantik am Schliersee

Bevor der Mensch begann Agrarwirtschaft zu betreiben und an einem Ort sesshaft zu werden, zog er in nomadischen Gemeinschaften mit seiner Herde umher. Die Fortbewegung zu Fuß war somit ein Mittel zum Zweck, um fruchtbaren Weidegrund ausfindig zu machen und das Überleben zu sichern. Auch die sogenannten „Völkerwanderungen“, ob sie aus klimatischen oder sozialen Gründen erfolgten, stellen eine frühe Form von Mobilität dar und sind sicherlich der Beginn der Geschichte des Wanderns. Heute nun hat das Wandern eine andere Ursache, einen anderen Zweck und andere Ansprüche. Aber es hat für die Naturfreunde und nicht nur in Wiesbaden eine ursächliche Bedeutung. Wandern braucht Ziele, deshalb wurde die Idee der Naturfreundehäuser verwirklicht. Raus aus der Stadt, weg von Fabriken, hin zu freien grünen Landschaften mit sauberer Luft, das war die Losung vor mehr als hundert Jahren. Und heute: Die Geschichte des Wanderns spiegelt eben als Teil der Geschichte der Menschheit wieder. In unserem Umgang mit der Natur werden so die jeweilige Zeitgeist und die mit ihm einhergehenden Bedürfnisse sichtbar. Das Bedürfnis der Natur nahe zu sein, scheint jedoch Bestand zu haben. Wandern in allen Varianten gehört deshalb nach wie vor zu den Kernaktivitäten der Naturfreunde in Wiesbaden. Vom Spaziergang, über leichte, bis anspruchsvollen Touren, Wandern mit Sehbehinderten, oder auch neudeutsch „walk and talk“ als Einstieg wird von den Naturfreunden Wiesbaden angeboten. Ein besonderes Highlight ist stets die jährliche Naturfreundewoche, diesjährig ging es, „Rund um den Schliersee“. Anreise naturfreundemäß mit der oh Wunder praktlichen deutschen Bahn. Das Wichtigste vor Ort war zunächst die Klärung der Frage: Wo bette ich abends meine müden Füße und wo tanke ich Kraft für den nächsten Tag? Zuständig dafür, die Pension Huber, idyllisch am See gelegen, ausgestattet mit bequemen Zimmern und einem optimalen Frühstücksbuffet. Doch stets ruft der Berg. In zwei Leistungsgruppen „Heftig“ und „weniger Heftig“ gings von rund um den Schliersee, über diverse Höhenwege, Ruine Hohenwaldeck, durchs Josefstal. Der Tegernsee mit Gindelalm und Firstalmen, Kleine Wanderungen um den Wendelstein, er wurde erobert mit der Zahnradbahn und auch der Spitzingsee wurde nicht vergessen. Die Schlierseer Gästekarte machte es möglich in der ganzen Gegend den ÖPNV zu benutzen. Am Nachmittag des ersten Wandertags gab es noch eine Führung mit einer Gästeführerin, die wissenswerte und spannende Geschichten rund um den Ort Schliersee zu erzählen wusste. Ein Busausflug mit Besuch der Eng Alm im Naturschutzgebiet Karwendel gehörten ebenso zum Programm, wie ein Besuch der kleinsten Stadt Österreichs mit 500 Einwohnern, die Glasstadt Rattenberg. Bei allen Schönheiten der Landschaft, der Berge und Seen rund um Schliersee durfte auch der kulturelle Eindruck nicht vernachlässigt werden. Deshalb stand auch die Besichtigung des Schlierseer Bauerntheaters, leider ohne Vorstellung an. Wider allen Vorhersagen spielte das Wetter die ganze Woche mit nur einer Ausnahme mit. Bei den Naturfreunden gibt’s nun mal kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung. Eine bunte und abwechslungsreiche Wanderwoche, die für das kommende Jahr nach mehr verlangt.

Arno Enzmann

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