Frühling 2025

Naturfreunde Deutschlands e.V. Ortsverein Schierstein — Frühling 2025

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NATURFREUNDE DEUTSCHLANDS E. V.

Klimagerechtigkeit – Wiesbadener Naturfreunde engagieren sich in Dakar

Nein, man kann nicht warten bis die Lage der Bevölkerung in Afrika verbessert. Eine der vielen Fluchtursachen aus afrikanischen Ländern ist die Perspektivlosigkeit in der Wirtschaftsentwicklung in Ländern, die über wenig Rohstoffe und Bodenschätze verfügen. So ist der Senegal touristisch gefragt, aber vor allem landwirtschaftlich geprägt. Damit sind die aber die kleinbäuerlichen Strukturen den Folgen des Klimawandels wehrlos ausgesetzt. Dazu kommt das zunehmende Wachstum der Städte mit einer Zunahme der Bodenversiegelung. Die Folge: in den letzten 20 Jahren hat sich sowohl das Klima als auch die Bebauungsdichte im Großraum Dakar starkverändert. Das damals freistehende Naturfreundehaus ist heute umgeben von dichter Bebauung. Boden wurde versiegelt und Grünland musste weichen. Gleichzeitig nehmen die Starkregenereignisse zu und das Wasser hat kaum noch Raum direkt zu versickern. Die Folgen sind weltweit die Gleichen, Überschwemmungen verursachen größere Schäden an Häusern und Anlagen, so fiel die erfolgreiche Baumschule und das Schattenhaus in Petit Mbao dem Wasser zum Opfer. Der Schaden ist groß, denn das Naturfreundehaus ist nicht nur Vereinshaus, sondern vor allem ein Ort der Bildung und Schulung, um der einheimischen Bevölkerung den Lebensunterhalt zu sichern. Es geht neben allgemeiner Bildungsarbeit auch um Kenntnisse des Obst- und Gemüseanbaus zur Vermarktung, um damit die Versorgung mit gesunden Lebensmitteln der ansässigen Familien zu verbessern. Die Hauptlast liegt nach wie vor auf den Frauen, denen die überlieferten Rollenbilder lassen sich nur sehr schwer überwinden.

Hier setzt unser Sonnenstromprojekt an, elektrischer Strom ist im Senegal, wie dem Stromnetz bezogen, sehr teuer. Der Strompreis ist aktuell fast doppelt so hoch wie bei uns in Deutschland. Petit Mbao hat einen hohen Strombedarf, der durch die Entwässerung mittels Pumpen in Zukunft weiter steigen wird. Die geplante Solarstromanlage kann 90% des benötigten Stromes kostengünstig, klimaschonend am Ort und Stelle erzeugen und macht so zukünftig Mittel frei, die in die Entwässerung fließen können. Damit erreichen wir eine dreifache Win-Situation: Kosteneinsparung Klimaanpassung – Klimaschutz. Mit Freude und Befriedigung konnte im Beisein einer Naturfreundegruppe das erste Projekt in Betrieb gehen. Auf dem Dach von Petit Mbao produziert die neue Solaranlage Strom aus der reichlich vorhandenen Sonnenkraft. Die senegalesischen Naturfreunde, allen voran Mamadou Mbodji bedanken sich für die unvergessliche Hilfe der Wiesbadener Naturfreunde. An dieser Stelle gilt unser Dank den vielen Spenderinnen und Spendern. Ohne diese finanzielle Hilfe hätten wir das erste Solarstromprojekt nicht realisieren können. Stolze 17.000 € wurden in den vergangenen anderthalb Jahren gespendet. Das technische Konzept wurde von Andreas Fröb entwickelt und damit hat auch die ehemals bekannte Fa. Elektro Fröb aus Schierstein einen Marker in Afrika gesetzt. Die notwendige und schwierige Leistungsbeschreibung wurde von Ingeborg Pint ins Französische übersetzt. Dieses erste Projekt kann aber nicht das letzte sein – zu groß ist der Mangel an Stromversorgung im ländlichen Raum und das solare Potential im Senegal ist riesig.

Da ist das Collège in Louboudou, wie viele Schulen im Senegal nicht an das Stromnetz (zu teuer) angeschlossen. In den Klassenräumen gibt es kein elektrisches Licht, was Unterricht und Lernen stark beeinträchtigt. Hier wollen wir ein zweites Projekt umsetzen. Wir wollen Sonnenstrom zu Schulen im Senegal bringen und damit Lehrer*innen und Schüler*innen unterstützen, indem wir ein solare Minimalversorgung vor Ort aufbauen um Strom für Licht in Klassenräumen und Verwaltung sowie für PC’s und das Laden von USB-Geräten bereitzustellen. Bildung ist das beste Mittel, um Lebensperspektive zu fördern und wirksam Fluchtursachen zu bekämpfen. Unsere Spendenaktion läuft also weiter und die Wiesbadener Naturfreunde sind bestrebt, möglichst viele Schulen zu „solarisieren“. Deshalb: Viele kleine Spenden ergeben einen großen Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität. Das ist praktische Hilfe zur Selbsthilfe. Wir helfen wir sind herzlich eingeladen. Spenden für „Sonnenstrom für Senegal“ bitte auf das Konto der Naturfreunde-in-Wiesbaden e.V. Wiesbadener Volksbank IBAN: DE79 5109 0000 0023 1650 07 Stichwort: Sonnenstrom Senegal

Kontakt:
Naturfreunde-in-Wiesbaden e.V.
Andreas + Gotlind Fröb
andreas.froeb@naturfreunde-in-wiesbaden.de

Naturfreunde Senegal – Association Senegalaisse des Amis de la Nature (ASAN) Naturfreundehaus bei Dakar. Foto: Andreas Fröb

Hanne Ziegler und Mamadou Mbodji legen den Schalter um.

Naturfreundehaus Petit Mbao, die neue Solarstromanlage. Foto: Hanne Ziegler

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