Sommer 2026

Corona, Schweinepest, Vogelgrippe – Was kommt noch?

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Nachdem wir im letzten Schiersteiner Leben von dem verheerenden Vogelgrippeverlauf in Spanien, bei dem hunderte von Störchen gestorben sind, berichtet haben, müssen wir jetzt feststellen, dass auch wir in Schierstein davon betroffen sind.

Schon im Februar waren 30 Storchenhorste paarweise besetzt. Dies waren alles Störche die zum Glück in Deutschland überwintert haben. Anschließend sind immer im März schubweise verschiedene Storchengruppen aus dem Süden in Schierstein angekommen, das ist in diesem Jahr komplett ausgefallen. So haben bis jetzt, Anfang April, 36 Paare mit dem Brutgeschäft begonnen. Unser Storchenpaar am Kamerahorst hat pünktlich zum 1. April das erste Ei gelegt. Über die Kamera, sie läuft seit 1. März wieder, kann man das Brutgeschäft toll beobachten.

Wo Sonne ist, ist leider auch Schatten. So haben wir im Distrikt Klingenwies, nahe der A66, am 26.03. einen toten und beringten Schiersteiner Storch gefunden. Er wurde 31 Jahre alt.

Keine Storchenführungen mehr im Wasserwerksgelände

Anlässlich der ersten Storchenführung am 14. April 2026 wurde uns überfallartig von der Leitung von Hessenwasser mitgeteilt, dass dies die letzte Führung im Gelände sei. Aufgrund der neuen Gesetze zur kritischen Infrastruktur dürfen künftig keine Führungen mehr abgehalten werden, da mit diesen auch Terroristen oder Reichsbürger auf das Gelände gelangen könnten. Wir waren sprachlos, haben wir seit 1972 das Gelände für unsere Storchenwiederansiedlung, Pflege der Störche und Führungen ohne Beanstandungen gemacht. Überwiegend wurden Naturkundegruppen, Schulklassen, Senioren und behinderten Menschen ehrenamtlich geführt. Was das Ehrenamt in Deutschland wert ist, haben wir in diesem Moment bitter erkennen müssen. „Freundlicherweise“ wurde uns von Hessenwasser empfohlen, zukünftig auf öffentlich zugängigen Hochwasserschutzdamm die Führungen mit Unterstützung von Hessenwasser abzuhalten. Die bisherigen zwei Führungen mit Erwachsenen sind unter diesen Umständen ohne Lebensgefahr nicht einfach. Führungen von Schulklassen sind unter diesen Umständen für die Kinder nicht durchzuführen. Bisher haben auch die Lehrer aller Schulklassen aus diesem Grund die Führungen abgesagt. Auf die Umsetzung von Versprechens von Hessenwasser, den Bau zweier Storchenhorste in Sichtweite zum Hochwasserschutzdamm und dem Versetzen des Zaunes, um eine Aussichtsplattform zu errichten, warten wir gespannt. Aus diesem Grund hat der Verein einstimmig beschlossen im Jahr 2026 keinen „Tag der offenen Tür“ abzuhalten, der nur auf dem Hochwasserschutzdamm möglich gewesen wäre. Wie es mit dem Verein weitergeht, ist ungewiss.

Wie immer sind wir auch auf anderen Gebieten umwelt- und naturschutzmäßig unterwegs. So haben wir am 28.02. zusammen mit den Schiersteiner Jägern die Feldflur gereinigt und dabei Unmengen an Autoreifen und sonstigem Wohlstandsmüll eingesammelt. Mit Schülern der Erich-Kästner-Schule haben wir am 03.03. Nistkästen kontrolliert und dabei eine praktische Biologiestunde abgehalten. Wir haben eine Streuobstwiese mit zehn Hochstamm Obstbäumen angelegt und einen anschaulich und gut besuchten Baumschnittkurs durchgeführt.

Anfang Mai ist auf dem Kamerahorst der erste Jungstorch geschlüpft.

Hubertus Krahner
1. Vorsitzender
www.schiersteinerstoerche.de

Bilder: Thomas Geiger

Termine

  • 14. April 2026 – Erste (und letzte) Storchenführung im Wasserwerksgelände
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